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Gravieren

Jochen Benzinger, selbst Liebhaber mechanischer Uhren, war schon immer beeindruckt von den vielfältigen Dekorationen, die die alten Meister auf ihren Uhrwerken anbrachten. Feine, von Hand gravierte Ornamente machen auch heute noch jede Uhr zu einem wahren Kunstwerk.

Dabei wird das zerlegte Uhrwerk Stück für Stück auf einem eigens dafür vorgesehenen Kittstock mit schwarzem Gravierkitt fixiert, der dann in einer Gravierkugel eingespannt wird. Diese liegt in einem Lederkissen, was ein gleichmäßiges Drehen in jede gewünschte Richtung möglich macht. Mit einem Bleistift wird die grobe Einteilung des Ornaments vorgezeichnet, die dann mit dem auf einem Arkansas-Ölstein geschliffenen Handstichel Span für Span in das Metall geschnitten wird. Diese Einteilung wird nun nach und nach mit einem filigranen Blattwerkmuster ausgefüllt.

Bei einem Automatikwerk wird der Rotor zusätzlich auf der Schwungmasse handguillochiert, auf Kundenwunsch mit einem persönlichen Monogramm skelettiert und anschließend zweifarbig vergoldet. Nur Uhrmacher, die ihr Handwerk verstehen, zerlegen und überprüfen das Werk, ehe es - falls gewünscht mit gebläuten Schrauben versehen - wieder in das Gehäuse eingebaut wird.
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